Zum 10-jährigen Jubiläum hat der Healthcare Hackathon im Juli 2026 in Berlin erneut gezeigt, wie Innovation am besten entsteht: nicht durch Einzelne, sondern dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Wenn klinische Expertise, Informationstechnologie, Wissenschaft, Start-ups, Politik, Forschung und Industrie aufeinandertreffen, können aus guten Ideen echte zukunftsfähige Lösungen werden.
Die UKSH Gesellschaft für IT Services (UKSH ITSG) war in diesem Jahr wieder mit Begeisterung bei dieser beeindruckenden Veranstaltung dabei. Schließlich ist dieses Event nicht nur ein Innovationswettbewerb, sondern auch Ausdruck eines lösungsorientierten Mindsets für Digitalisierung.
Gemeinsam wirksame Innovationen schaffen
Der Healthcare Hackathon, der 2017 in Kiel seinen Ursprung nahm und sich inzwischen zu einer bundesweiten Innovationsplattform entwickelt hat, fand in diesem Jahr in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in den Ministergärten in Berlin statt. Mehr als 200 Teilnehmende kamen zusammen, tauschten sich aus und arbeiteten intensiv an der Zukunft des Healthcare-Sektors. Organisiert wurde die Veranstaltung vom UKSH gemeinsam mit PwC und Google. Das Hauptthema war in diesem Jahr „Resilienz und Transformation im Gesundheitswesen".
Nach der feierlichen Eröffnung mit Minister Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Guy Gilady, stellvertretender Botschafter Israels in Deutschland, Kai Sauer, Botschafter Finnlands in Deutschland, und Prof. Jens Scholz, CEO des UKSH, standen inspirierende Keynotes zu Open Source Medical AI, digitaler Transformation und KI-Infrastruktur in Kliniken auf dem Programm.
Im Mittelpunkt standen letztlich elf praxisnahe Challenges zu Fragestellungen aus dem klinischen Alltag der Gesundheitsversorgung. Entstanden sind sie aus innovativen Ideen, interdisziplinärem Denken und partnerschaftlicher Zusammenarbeit und sollten im Rahmen des Hackathons in erste Prototypen verwandelt werden.
Das UKSH brachte mit vier Challenges konkrete Anwendungsfälle aus der Versorgung in den Hackathon ein. Fokus war unter anderem KI-gestützte OP-Planung, die Nutzung von Wearables zur Unterstützung klinischer Prozesse sowie die Automatisierung medizinischer Dokumentation. Drei der Challenges basierten auf Ideen, die sich zuvor bereits im ADRENALIN-Ideenwettbewerb durchgesetzt hatten.
Von der Idee zum Prototypen
Mit Formaten wie ADRENALIN werden Mitarbeitende gezielt dabei unterstützt, Ideen aus dem Klinikalltag weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Expertinnen und Experten in konkrete Lösungen zu überführen. Der Healthcare Hackathon bildet dafür eine ideale Plattform. Dort entstehen aus Ideen innerhalb kürzester Zeit Prototypen, die anschließend weiterentwickelt werden können.
Beim Hackathon erzielte die Challenge zur KI-gestützten Automatisierung der Qualitätssicherung in der Schlaganfallversorgung einen besonderen Erfolg. Gemeinsam mit den Technologiepartnern Recare und Tiplu sowie Expertinnen und Experten des UKSH entstand innerhalb von nur zwei Tagen ein funktionierender Prototyp. Das System liest bereits vorhandene Informationen aus strukturierten und unstrukturierten klinischen Daten aus und überträgt sie automatisch in die komplexen Qualitätssicherungsbögen. Dabei wird für jede Angabe nachvollziehbar ausgewiesen, aus welcher Quelle sie stammt. Auch widersprüchliche Informationen werden erkannt und zur Überprüfung markiert.
Die Fachjury kürte diese Challenge zum Siegerprojekt des Healthcare Hackathons. Darüber hinaus erhielt eine weitere Challenge, die aus dem ADRENALIN-Format hervorging, den Publikumspreis. Sie behandelte den Einsatz von Smart Wearables als Schnittstelle zwischen Patienten und Pflege. Damit gingen gleich zwei Auszeichnungen an Projekte, die ihren Ursprung im Umfeld des UKSH haben.
Ein entscheidender Faktor war dabei der Einsatz synthetisierter Behandlungsdaten. Sie ermöglichten es, komplexe klinische Szenarien bereits auf dem Hackathon unter vollständig datenschutzkonformen Bedingungen abzubilden – die Voraussetzung für belastbare Prototypen statt bloßer Demonstratoren.
Gewinner-Challenge zeigt: Digitalisierung bringt mehr Zeit für Versorgung
Am Beispiel der Schlaganfallversorgung zeigt sich, dass statt rund 20 Minuten manueller Dokumentation die ärztliche Prüfung und Freigabe künftig nur noch etwa 90 Sekunden benötigt. So bleibt mehr Zeit für das, worauf es ankommt: die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig schafft dieser Ansatz die Grundlage, künftig auch andere Dokumentationsprozesse zu automatisieren. Nach dem Hackathon sollen daraus nun interne Pilotprojekte entstehen.
Gerade die praxisbezogene Herangehensweise macht den Healthcare Hackathon für uns als UKSH ITSG so wertvoll. Sie entspricht unserem Verständnis von Digitalisierung: digitale Lösungen nicht nur technisch zu ermöglichen, sondern gemeinsam mit Klinik, Anwenderinnen und Anwendern sowie Partnern innovative Lösungen mit echtem Mehrwert in die praktische Patientenversorgung zu bringen. Denn Spitzen-Medizin braucht Spitzen-IT.
Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir unsere Erfahrungen aus Themen wie KI, Datenplattformen, Resilienz und digitaler Transformation einbringen und gleichzeitig selbst neue Impulse mitnehmen konnten. Wir freuen uns schon jetzt darauf, den Healthcare Hackathon auch künftig aktiv mitzugestalten.

