Caroline Thoms – Verantwortung übernehmen, wenn andere Schutz brauchen
Wenn in Högersdorf oder dem Ortsteil Rotenhahn die Sirene heult, weiß Caro, was zu tun ist: Sie lässt alles stehen und liegen – selbst ihren Laptop im Homeoffice – und eilt zum Feuerwehrhaus. Seit sie 15 ist, engagiert sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr, erst in der Jugendgruppe, heute als vollwertiges Mitglied einer kleinen, hochengagierten Einheit mit gerade einmal 19 Kameradinnen und Kameraden.
Was mit einem Hobby begann – inspiriert von ihrer besten Freundin – ist längst zu einer Herzenssache geworden. Auch ihr Vater ist in der Feuerwehr, aber es war vor allem der Gemeinschaftsgeist unter den Jugendlichen, der sie damals in die Einsatzjacke schlüpfen ließ – und der sie bis heute hält. Denn Feuerwehr bedeutet für Caro mehr als Brände löschen. Es geht um Verantwortung, Verlässlichkeit und das Wissen: Wenn ich gebraucht werde, bin ich da.
Die Einsätze sind so vielseitig wie unvorhersehbar: Ölspuren auf Landstraßen, Verkehrsunfälle mit Absperrmaßnahmen, Fehlalarme in großen Einrichtungen, Sturmschäden mit umgestürzten Bäumen – und natürlich Brände jeder Art. Manchmal sind es Kleinigkeiten, manchmal wird es ernst. Besonders bewegend war für Caro ein Einsatz, bei dem ein Müllcontainer im Kinderhaus brannte. Im Anschluss stellte sich heraus, dass in unmittelbarer Nähe Gasflaschen gelagert waren, die auch hätten explodieren können.
Nicht jeder Einsatz geht spurlos an ihr vorbei. Situationen, in denen Kameradinnen und Kameraden verletzt wurden, hallen nach. Aber gerade deshalb bleibt sie dabei. Denn sie weiß, wie sehr es auf jede einzelne Person ankommt – besonders bei einer so kleinen Feuerwehr wie ihrer.
Beruflich ist Caro in der IT zuhause – ein ganz anderes Setting, aber einige Fähigkeiten aus dem Ehrenamt helfen ihr auch im Job: unter Druck funktionieren, Abläufe kennen, in brenzligen Situationen ruhig bleiben. Ihr Team schätzt Caro’s Engagement sehr und steht voll hinter ihr. Wenn die Sirene ertönt, ist klar: Sie wird ohne Umschweife losgelassen – begleitet vom augenzwinkernden Kommentar: „Caro löscht heute wieder echte Brände“.
Caro ist nicht die, die in der ersten Reihe stehen will. Sie ist einfach da, wenn es zählt. Ohne großes Aufheben. Aber mit vollem Einsatz.
Ihr Motto? Ich habe nur ein Leben – das will ich bestmöglich nutzen.
Ihr Antrieb? Die Freude am Mitmachen – und das gute Gefühl, wirklich etwas zu bewegen.
Ihre Botschaft? Wer sich engagieren will, sollte es aus voller Überzeugung tun. Es ist mehr als ein Hobby – es bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Und sich bewusst dafür zu entscheiden, Leben retten zu wollen.
